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Psychotherapie
Allgemeines
Psychotherapien (PT) sind psychologische (nicht: medizinische) Heilmethoden für psychisch (=seelisch) Kranke (nicht: Geisteskranke!), deren „Gefühls-Haushalt“ so gestört ist, dass sie in oft wiederkehrenden Situationen oder dauernd an ihren Gefühlen leiden. Die Psyche meldet ihr Leiden durch bestimmte Signale, (in der Fachsprache: Symptome). Sie sind (was viele oft übersehen), nicht das Leiden selbst, sondern "nur" Hinweise auf ein seelisches Leiden, das sie auslöst.
Dazu ein medizinischer Vergleich: Zahnschmerzen sind keine Krankheiten, sondern Signale, die eine Karies, Wurzelentzündung usw. melden. Da es darum geht, den Zahn zu sanieren (und nicht nur darum, Zahnschmerzen zu unterdrücken) sind Zahnschmerz-Tabletten kein Heilmittel. Sie können zwar kurzzeitig Zahnschmerzen unterdrücken, aber keine Karies heilen. Das weiß schon jedes Schulkind.
Psychotherapeuten kennen drei Gruppen von Symptomen: emotionale, psychosomatische und Verhaltens-Symptome.
Emotionale Symptome zeigen sich als Gefühle. Dazu gehören Ängste, Zwänge, Depressionen, Phobien, Hemmungen, Schüchternheit u. a. Gefühle. Die Störung und ihre Symptome liegen beide im Psychischen.
Psychosomatische Symptome: hier liegt die Störung in der Psyche, ihre Symptome zeigen sich aber am Körper (=Soma).
Vertraut sind uns Signale, die eine psychische Alltags-Reaktion zeigen, deren Auslöser noch keine Krankheit ist: die Angst, die uns zittern, der Kummer, der uns weinen läßt, der Schreck, der uns in die Glieder fährt, oder Scham und Wut, die uns rot werden lassen.
Psychosomatische Störungen sind Signale für Leiden der Psyche, deren Symptome sich am Körper zeigen. Auch sie sind nicht das Leiden selbst, sondern „nur" Zeichen tieferer (meist unbewusster) Fehlhaltungen.
Verhaltens-Symptome können sich sowohl in sichtbaren Verhaltensweisen zeigen, die wir mit einer Video-Kamera (in Bild und Ton) aufnehmen könnten, als auch im Verhalten, das nur der Betreffende selbst wahrnimmt.
Zur ersten Kategorie gehören z. B. (oft wiederholte) Zwangs-Handlungen, um bestimmte Einrichtungen / Umstände zu kontrollieren (Lichtschalter, Schlösser usw.), Befolgen vermeintlicher oder inhalts-leerer Konventionen ("Das macht man so!") oder sinnloser Rituale, zwanghaftes Arbeiten, Spielen, Konsumieren von Alkohol, Tabak u. a. Drogen.
Zur zweiten Kategorie gehören "stille" Zwangshandlungen: Zählen aller möglichen Dinge, ständiges (stilles) Fragen "Was mögen die Leute wohl denken?" oder die Sucht, auf jeden Fall oder auf keinen Fall aufzufallen.
In der Psychotherapie arbeiten daher Psychotherapeut und Klient v. a. an dessen Gefühlen. Kernziel ihrer Arbeit ist, den Klienten seine das Symptom auslösende Problematik auf der Gefühls-Ebene (nicht nur auf der Verstandes-Ebene) erkennen zu lassen, so dass er sich durch diese Selbst-Erkenntnis selbst heilt, d. h. wieder „ganz" wird.
Zur Klärung Ihres Themas biete ich Ihnen meine psychologische Beratung und Therapie als Hilfe zur Selbsthilfe an. Mögliche Themen stehen im Kapitel "Mein Angebot / Übersicht". Rufen Sie auch an, wenn "Ihr" Thema dort nicht aufgeführt ist. Wir klären dann, ob und wie ich Ihnen weiterhelfen kann.
Mein Standpunkt
Psychotherapie ist grundsätzlich Eigen-Therapie des Klienten an sich selbst. Anders ausgedrückt: der Klient heilt sich selbst durch seinem „inneren Therapeuten“, der „äußere“ Therapeut ist dessen Assistent. Daher muss der Klient sich aus eigenem Antrieb heilen wollen. Psychotherapie ohne seine aktive Mitarbeit oder gar gegen seinen Willen gibt es nicht. Er muss und kann (wenn er wirklich will) sich selbst in der Therapie so ändern und damit heilen, dass er in und nach der Therapie sich nach seinen Anlagen und Fähigkeiten frei entwickelt und lebt.
Jeder Erwachsene ist für sich selbst allein und nur für sich selbst verantwortlich. Das heißt einerseits: nur er entscheidet über sein eigenes Lebenskonzept und er kann keinem anderen eine existentielle Entscheidung über sich überlassen. Das heißt andererseits: er darf andere nicht nach dem Motto: "Ich weiß viel besser als Du, was für Dich gut ist" in ihren Lebens-Entscheidungen manipulieren. Von der 2. Regel ausgenommen sind nur die Beziehungen zu Kindern, Jugendlichen und anderen Menschen, die sich seiner Obhut anvertraut haben oder die ausdrücklich unter seine Obhut gestellt wurden.
Wer gegen diese Regeln verstößt, bringt sich selbst bzw. andere in innere oder äußere Konflikte. Symptome solcher existenziellen Konflikte zeigen sich sowohl beim einzelnen selbst wie auch an Menschen seiner persönlichen Umgebung, besonders an Kindern. Das gilt auch für alltägliche Beziehungen in "seiner Welt": Beziehungen zu sich selbst, zu (Familien-)Angehörigen, Freunden, Kollegen, zu seiner Arbeit usw.
Klient ist daher oft nicht nur der einzelne „Symptom-Träger“, sondern die ganze Bezugs-Gruppe, also etwa das Paar oder die Familie. Bei „auffälligen“ Kindern können wir häufig feststellen, dass ihre Störungen auf (verdeckten) Konflikten der Eltern beruhen. Daher bezieht sich die Analyse (und im Idealfall auch die Therapie) auf die ganze soziale Gruppe.
Der mit der Psychotherapie verbundene Erwerb psychologischer Kenntnisse ist zwar ein nützlicher Neben-Effekt, aber nicht die Hauptsache. Umgekehrt gilt: Wer glaubt, mit "Vernunft und gesundem Menschen-Verstand" oder einem Psychologie-Studium seine eigenen psychischen Probleme lösen zu können, irrt genau so wie jemand, der glaubt, seine Zähne durch ein Studium der Zahnmedizin sanieren zu können oder durch das Lesen von Kochbüchern satt zu werden.
Meine Psychotherapie
Meine Aufgabe sehe ich darin, dem Klienten seine (oft unbewussten inneren) Konflikte, die seine Symptome auslösen, bewusst werden zu lassen. Am Beispiel seines aktuellen "Themas" versuche ich, seinen Blick für eine ganzheitliche Sicht seines Lebens zu weiten, so dass er die Zusammenhänge emotional (als Achso- oder Aha-Erlebnis) erkennt und (im Sinne einer persönlichen Reifung) seine inneren und äußeren Konflikte löst. Die Symptome, unter denen er bis dahin gelitten hat, verschwinden dann "ganz von selbst" (wie die Zahnschmerzen nach einer Zahnbehandlung).
In meiner Arbeit mit dem Klienten an seinen Themen leiste ich zwar "Hilfe zur Selbsthilfe" (im Sinn von Assistenz), um seinen Erkenntnis- und Entwicklungs-Prozess zu intensivieren, doch lasse ich möglichst wenig meine persönlichen Maxime darin einfließen. Das heißt zum Beispiel, dass ich ästhetische, religiöse, politische, moralische Überzeugungen des Klienten auf sich beruhen lasse. Daher spreche ich grundsätzlich nicht von Recht und Unrecht, Verdienst und Schuld. Ich bin weder Jurist noch Moral-Apostel, sondern Tiefenpsychologe, dem es ganz nüchtern darum geht, den Klienten psychische Ursachen und Wirkungen erkennen zu lassen.
Das gilt ganz besonders für den Einsatz der Hypnose: Grundsätzlich arbeite ich in jeder Phase der Psychotherapie nur mit dem vollem Einverständnis des Klienten. Da viele Klienten falsche Vorstellungen von Klinischer Hypnose haben, gehe ich damit besonders vorsichtig um. Näheres dazu unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Hypnose
Meine Rolle im psychotherapeutischen Prozess ähnelt der eines Katalysators in chemischen Prozessen: ein Katalysator beeinflusst zwar (durch Herabsetzen der erforderlichen Aktivierungs-Energie) die Geschwindigkeit eines chemischen Prozesses, er selbst bleibt dabei aber erhalten und wird nicht Teil der neuen Verbindung.
Daher ist Psychotherapie bei mir keine "Behandlung" des Klienten, sondern der persönliche Erkenntnis- und Entwicklungs-Prozess des Klienten unter meiner behutsamen Anleitung und damit die Eigen-Therapie des Klienten an sich selbst.
Dazu eine Parallele aus dem Sport: Ein Schwimmer will mit Hilfe seines Trainers ein bestimmtes Trainings-Ziel erreichen. Der Trainer ermutigt ihn, weist ihn auf Chancen und Fehler hin, schützt ihn vorm Ertrinken usw. Nur: ins Wasser springen und schwimmen muss der Schwimmer selbst, er wird nicht geschwommen.
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